Dienstag, 2. August 2016

54. - 57. Woche (2.7. - 27.7.)


Camiri / Isla del Sol / Machu Picchu / Samaipata / Cousco


Ich melde mich ein letztes Mal jetzt schon aus Deutschland, um euch noch einmal über meine Reise zu berichten ( wen es noch interessiert).
Meine Reise begann damit, dass ich nach Camiri fuhr um mich dort mit der Freiwilligen (Carolin) zu treffen, mit der ich meine reise geplant hatte. Den ganzen Samstag verbrachten wir noch in Camiri. Wir sehen das EM-Spiel Deutschland gegen Italien und ich lernte viele Freunde von Carolin kennen. Das war eigentlich ein sehr schäner Tag. Das Wetter war auch gut. Die Sonne schien nach mal wieder und es war warm.
Am nächsten Tag sind wir dann nach Santa Cruz gefahren, was von Camiri nur 4-5 Stunden entfernt ist, um unsere Reise richtig zu beginnen. Sie begann damit, dass wir erstmal eine super lange Busfahrt starteten. Nach La Paz in 16 Stunden. Aber am Ende war es garnicht so schlimm.
In La Paz war unsere erstes Ziel die Death Road. Dazu stieß noch Vera aus meiner Wg, die schon einen Tag früher angereist war. Die Death Road war ein echt tolles Erlebnis. Wir sind mit Fahrrädern die Strecke gefahren. Für uns war sie also nicht zu schmal und somit auch nicht wirklich gefährlich. Aber die Natur war atemberaubend! Am Ende wäre ich die Strecke sogar lieber gewandert um mir alles besser ansehen zu können.
Von La Paz ging es in das nicht allzuweit entfernte Copacabana, von wo aus wir ein Boot über den Titikaka See nahmen auf die Isla del Sol. Dabei ereignete sich mal wieder eine typisch bolivianische Geschichte: Das Boot war zu spät. Aber wirklich viel zu spät! Es sollte gegen Nachmittag kommen und wir warteten und warteten. Es wurde Abend und wir wurden langsam nervös, da wir wussten, dass wir noch ein bisschen laufen mussten zu unserem Hostel auf der Isla.Wir waren dreimal beim Büro, wo wir die Tickets gekauft hatten. Erst war die Frau garnicht da, dann wurde wie immer nur gesagt `ja es kommt gleich´ und zum Schluss hatten wir noch ein anderes Boot-Angebot, mit dem wir auf die Isla hätten kommen können. Doch dann kam das Boot für das wir schon bezahlt hatten. Aber es war schon kurz vor dem dunkel werden. Wir waren echt sauer. Und um noch eins draufzusetzten wurden wir nicht in dem Ort abgesetzt, wo es hätte sein müssen sondern am ersten Punkt der Isla. Das heißt wir mussten nochmal eine Stunde im Dunkeln über einen sehr abschüssigen und steinigen Weg laufen mit all unseren Sachen. Das war echt der Hammer!
Die nächsten Tage verliefen dann aber besser. Am ersten Tag wanderten wir vom Süden in den Norden am Strand entlang und fuhren dann mit dem Boot zurück in unser Hostel, um dort das EM-Spiel Deutschland gegen Frankreich zu sehen und am nächsten Tag fuhren wir mit dem Boot in den Norden, um von dort wieder in den Süden zu wandern aber diesmal auf dem Inkapfad oberhalb. Es waren beides sehr schöne Wandernung aber auch sehr sehr anstrengend wegen der Höhe.
Am nächsten Tag fuhren wir wieder nach Copacabana und von dort aus über die Grenze nach Cousco in Peru. Von dort starteten wir eine Tour nach Machu Picchu. Machu Picchu war wirklich sehr sehr beeindruckend. Aber ebenfalls sehr anstrengend. Wir hatten einen richtigen Wanderurlaub.
Von Cousco sind wir zurück nach Bolivien nach La Paz gefahren. Dort hatten wir etwas Entspannung für die Füße, als wir uns in die Lüfte schwangen zum Paragliden. Es war eine wirklich sehr schöne Umgebung und Landschaft, aber leider sehr kurz.
Danach gab es wieder Aktion für unsere Füße und Beine. Wir waren wieder uzrück 16 Stunden nach Santa Cruz gefahren und von dort nochmal 4 Stunden weiter nach Samaipata, ein kleiner schöner, naturreicher Ort. Dort wollten wir einige Tours machen. Zum Beispiel eine Regenwald-Tour und eine sogenante Vulkan-Tour. Die Regenwald-Tour war tatsächlich sehr regnerisch. Wir hatten nicht so viel Glück mit dem Wetter. Es war sehr sehr matischig und man musste sich mehr darauf konzentrieren nicht hinzufallen, als das man sich die Landschaft anschauen konnte. Die Vulkan-Tour hatte recht wenig mit Vulkanen direkt zu tun. Sie hieß nur so, da die Berge, die man auf dieser Tour sah Vulkanen ähnelten. An diesem Tag war das Wetter besser und es war eine wirklich wunderschöne Wanderung über Stock und Stein.
Wir waren mit unsere geplanten Reise viel schneller durchgekommen als erwartet. Wir hatten keinen unsere Puffer-Tage gebraucht. Deshalb fuhren wir schon wieder nach Camiri und hatten dort noch 5 Tage zum packen und entspannen. Am Anfang dachte ich 5 Tage wären noch ganz schön viel zum Nichts tun aber ich habe sie dann mehr oder weniger doch gebraucht. Vor allem, da ich nochmal richtig krank wurde.
Am 24.07. fuhren wir in der Nacht wieder nach Santa Cruz. Dort warteten auf alle Freiwilligen nochmal zwei Tage Seminar. Die waren aber sehr entspannt. Im Grunde genommen war es nur ein Vortrag von unserem Leiter und wir bastelten Plakate für unsere Nachfolger.
Und dann war der große Tag der Abreise auch schon da. Ich war dann auch wirklich bereit zu gehen. Auch wenn es mir zum Ende hin sehr gut in meiner Einsatzstelle gefallen hatte, war ich jetzt bereit wieder in meine Heimat zurückzu kehren. Naja und hier bin ich nun wieder in Deutschland. Um meine genaue Gefühlslage zu beschreiben, könnte ich Stunden hier sitzen also lasse ich es einfach. Aber ein paar abschließende Worte: Es war ein sehr interessantes Jahr- mit Höhen und Tiefen. Ja, eigentlich war das ganze erste halbe Jahr ein Tief und der zweite Teil eher ein Hoch. Ich habe so viel gelernt, unter anderem eine ganz neue Sprache, ich habe aber auch so viel über andere Menschen und Kulturen gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar. Und ich möchte mich auch hier nochmal bei allen Menschen bedanken, die mich in diesem Jahr irgendwie unterstützt haben. Danke für alles! Und damit beende ich nun diesen Blog und dieses spannende Jahr.

Freitag, 1. Juli 2016

52.-53. Woche (22.06. - 1.7.)


Monteagudo


Nun neigt sich mein Jahr in Bolivien unvermeidlich dem Ende. Letztes Wochenende nutzen wir, um all unsere Sachen zusammen zu packen und einen letzten Spaziergang durch das Dorf zu machen und dabei einmal Fotos von einfach allem zu schießen.
Dann folgte die Woche der Verabschiedungen. Jeden Tag durfte ich mich in der Schule von ezwei Kursen verabschieden, was ziemlich traurig und anstrengend war. Den Kindern schien es schwere zu fallen als mir. Ein Kurs bereitete sogar ein kleines Abschlussessen für mich vor, manche schrieben Briefe oder gaben mir ein Geschenk und ich konnte mich vor "Profe, wir werden Sie vermissen" und "gehen Sie nicht" kaum retten. Ich werde sie auch vermissen, auch wenn es anstrengende Rabauken sind, denen Englisch beizubringen einfach nur eine super anstrengende Aufgabe ist. Aber wenigstens hat es teilweise geklappt in diesem Jahr.
Zum Abschied merkte ich dann doch nochmal wie viel Einfluss die Menschen hier auf mich hatten und wieviel Einfluss ich doch auch auf sie hatte.
Es wurden viele Kontaktdaten ausgetauscht und die Lehrer der Schule luden mich noch zu einem abschließenden Abendessen ein.
Am Freitag fingen auch gleichzeitig hier die Ferien an. Morgen werde ich also meine letzte Reise hier antreten. Mit einer weiteren Freiwilligen werde ich mir die Isla del Sol in Bolivien ansehen, wir werden nach Macchu Picchu in Peru reisen und zum Schluss nochmal Salmaipata in Bolivien besichtigen. Zum Schluss sind wir nochmal für zwei Seminartage in Santa Cruz, von wo wir dann auch am 26. Juli fliegen werden.
Ich werde mich dann nochmal ein letztes Mal aus Deutschland wahrscheinlich melden, um über meine Reise zu berichten und ein abschließendes Wort zu meinem Auslandsjahr zu verkünden.

Dienstag, 21. Juni 2016

51. Woche (14.06. - 21.06.)


Monteagudo / Tarabuco


Unter der Woche ist jetzt nicht wirklich etwas spannendes passiert außer, dass wir im Kindergarten für einen Tanz bei einer Parade geübt haben, die dann am Samstag stattfand.
Diese Parade fand zu Ehrung des heiligen San Antonio statt, der Schutzpatron Monteagudos. Die Kindergartenkinder haben einen jeweils einen Tanz aufgeführt sowie wir, die Profes.
Anfangs stand es aber noch garnicht fest, ob Suzi (die Freiwillige, die mit mir im Kindergarten arbeitet) und ich überhaupt tanzen würden, da wir eigentlich nach Tarabuco zu den Frewilligen dort fahren wollten zu einem Geburtstag.
Dann wurden aber schon Kostüme für uns angefertig und wir entschieden uns endlich dazu am Samstag zu bleiben und mitzutanzen. Jedoch war Suzi dann krank, sodass Vera, meine Mitbewohnering, die eigentlich nur in den Schulen arbeitet, kurzfristig einsprang.
Es hat sehr viel Spaß gemacht und es war schön endlich mal bei solch einem Fest unseres Dorfes dabei zu sein. Irgendwie hatten wir es zuvor leider immer geschafft genau dieses Wochenende nicht da zu sein.
Zuerst liefen wir alle, die vom Kindergarte tanzten, zur Plaza und dort wurden die Tänze nacheinander aufgeführt. Außer dem Kindergarten tanzten noch ganz viele Schulen. Das war´s eigentlich schon. Hinterher aßen wir noch etwas auf der Plaza und schauten uns ein paar andere Gruppen an. Mittags waren wir dann aber schon wieder zu hause und machten alles bereit, weil wir entschieden hatten eben am Samstag nach Tarabuco zu fahren.
Dort waren wir bis Montag Abend, da wir Montag und Dientag eh mal wieder frei hatten.
Jetzt kann ich wirklich die Tage zählen bis wir Monteagudo verlassen und das sind erschreckend wenig, nämlich 10...

Montag, 13. Juni 2016

48. - 50. Woche (30.05. - 13.06.)


Monteagudo / Sucre


Ein kleiner Zwischenbericht von meinem finalen Monat in Monteagudo.
Nach meiner ersten Woche wieder hier, war eigentlich alles wieder ganz normal und eingespielt. Anfangs war es schon etwas komisch nach so langer Zeit wieder in Monteagudo zu sein und jetzt sind wir ja auch wieder zu viert, aber das hat sich schnell gelegt.
An der Arbeit versuche ich den Kindern in den verbleibenden fünf Wochen nun noch etwas Englisch beizubringen und im Kindergarten arbeite ich jetzt mit Suzanna, der Freiwilligen von der Isla del Sol, die jetzt bei uns wohnt, in der selben Gruppe zusammen.
Was sich stark verändert hat, ist das Wetter. Es ist sehr sehr kalt. Normalerweise ist das nicht so, aber gewisse Luftströme, genannt "el nino", sorgen für Temperaturen von 15 Grad. Das mag jetzt vielleicht garnicht so kalt klingen, aber nach einem Sommer mit fast täglich 40 Grad ist da kalt. Vor allem sind wir Kleidungstechnisch garnicht darauf eingestellt und im Haus ist es so kalt wie draußen, da es hier keine Isolierungen gibt.
Unser erstes Wochenende wollten wir eigentlich nochmal nach Camiri fahren und die Freiwilligen dort besuchen, doch wir entschieden uns lieber dafür unser letztes gemeinsames Wochenende in Monteagudo zu verbringen.
Darauf das Wochenende war unser letztes klassisches Sucre-Wochenende, wo wir uns mit allen Freiwilligen treffen. Es gab schon viele Verabschiedungen, da manche Freiwillige schon früher nach hause fliegen und wir sie dort das letze Mal sahen. Bis dann wieder in Deutschland. Für mich hieß es dann auch Tschüss-sagen von Sucre, dem Hostel und dem Personal dort. Das war das letzte Mal, dass ich dort war.
Jetzt bleiben uns noch drei Wochen in Monteagudo. Ab Juli werden wir dann nochmal reisen und am 26.07. fliegen wir von Santa Cruz zurück nach Deutschland.

Sonntag, 29. Mai 2016

39.- 47. Woche (11.04. - 29.05.)


Sucre / Tarija / Cochabamba / Santa Cruz / La Paz / Rurrenabaque / Monteagudo


Hallo mal wieder. Es ist ja jetzt schon wieder sehr viel Zeit vergangen und es ist wirklich viel passiert. Also von vorne: Wie im letzten Eintrage beschrieben, wollte ich für 3 Wochen nach Sucre fahren um meinen Sprachkurs weiter zu machen. Dann wäre ich eine Woche wieder nach Monteagudo gefahren, um danach wieder nach Sucre zu fahren für die ultimative-letzte- vorbereitenden-Dele- Woche. Dann war ich aber nochmal krank, konnte deswegen nicht zum Sprachkurs gehen und bin dann die eine Woche, die ich nochmal nach hause wollte, doch in Sucre geblieben für meinen Sprachkurs. Demnach folgte dann gleich darauf die super-Dele Woche, in der wir jeden Tag bis zu acht Stunden Unterricht hatten und zwar alle 7 Dele-Studenten zusammen. Eigentlich waren es 1 1/2 Wochen. Am 18.05. sollten wir dann nach Santa Cruz fahren, wo die Prüfung stattfand. Aber zusammen mit zwei anderen flogen wir erstmal nach Cochabamba, um uns diese Stadt nochmal anzusehen, weil sonst wahrscheinlich keine Zeit mehr sein würde. Ja, die Tage sind nun wirklich gezählt. Eigentlich war es aber eine ziemlich verrückte Idee. Wir sind zwar geflogen, was zimlich viel Zeit spart, aber bis zum Flughafen zu gelangen dauert immer so lange. Wir wollte in Cochabamba uns unbedingt die Christus-Statue ansehen (die übrgens größer ist als die in Rio), die so ziemlich das einzige touristische Ziel dort ist. Der Zugang wird aber ab 18 Uhr geschlossen. Es war pures Glück, dass wir noch hochgelassen wurden. Dann hatten wir 10 Minuten da oben und mussten schon wieder runter, weil die letzte Gondel ging. Dann haben wir uns die Plaza angehsehen, noch was gegessen und sind dann zum Terminal gefahren, um die Flota nach Santa Cruz zu kriegen. Es war alles etwas stressig, aber ich bin froh, dass wir es gemacht haben. Cochabamba ist auch echt schön muss ich sagen.
Donnerstag waren wir dann in Santa Cruz und hatten den ganzen Tag noch zum entspannen. Wir waren essen und haben uns die Plaza angesehen.
Eigentlich sollten am Freitag schon mündliche Prüfungen sein, waren dann aber doch nicht. Also hatten wir noch einen Tag zum entspannen. Was echt gut war. Von der schlechten Flotafahrt hatte ich noch genug Schlag nach zu holen. Am Freitag waren wir mit fast der ganzen Gruppe bowlen. Das war schön. Am Morgen waren wir Mädels in einem Einkaufszentrum der Stadt gewesen. Das war einfach nur krank. Man kann es nicht anders sagen. Es war riesig, wie in Deutschland ein grpßes, und die Preise waren enorm. Wir haben uns wirklich arm gefühlt, was man sich in Bolivien meistens eigentlich nicht oft fühlt, wenn man aus einem Land mit Euro kommt. Aber dort gab es Geschäfte, die ihre Kleidung nur in Dollar verkauft. Es waren auch wirkllich wenig Leute da. Auch gut, dann konnte niemand unsere wirklich gammelingen Outfits sehen. So wirds dann wieder in Deutschland...teuer und man kann nicht mehr die gammeligsten Hosen und T-shirts tragen.
Samstag war dann die Prüfung. Um acht mussten wir alle in einer der Privat-Unis in Santa Cruz sein. Erst kam Leseverstehen, dann Höhrverstehen, schreiben und zum Schluss die mündliche Prüfung. Ich muss sagen, dass ich jetzt nicht das Gefühl hatte bei mir wäre es so super gelaufen. Einer weiteren ging es auch so und so verbrachten wir den Rest des Tages im Hostel mit Filmen bis zum Abendessen. Wir waren auch total fertig. Aber für abends hatten wir ein Barbeque bestellt, das vom Hostel angeboten wurde. Ein paar andere Gäste hatten sich auch eingetragen und so war es ein netter Abschluss-Abend.
Am nächsten Tag bin ich mit Caro aus der Gruppe nach La Paz geflogen, weil wir uns da mit drei anderen treffen wollten, um die Pampas Tour zu starten. Dafür flogen wir am nächsten Morgen ganz früh nach Rurrenabaque. Das war ein sehr interessanter Flug. Er ging von einem Millitärflughafen los. Gepäckkontrolle war gleich null. Ein Hund ist einmal an unseren Sachen vorbei gelaufen mehr nicht und dann sind wir auch noch in einem Propellerflugzeug geflogen. Aber das Beste war eigentlich der Flughafen, an dem wir angekommen sind. Das war einfach nur ein kleines Gebäude. Da gabs zwei Schalter, um die Flugsteuern zu bezahlen und mehr nicht. Man konnte auch ohne Probleme vom Flugzeug zu diesem Häuschen laufen. Das Gepäck wurde auf einem Wagen vor der Tür abgestellt. Mit einem Micro sind wir nachdem wir unser Gepäck gefunden hatten in die Stadt gefahren und unser Hostel gesucht. Also nur mal zur Info, was wir hier machen wollen: Wir sind ganz in den Norden von Bolivien geflogen, wo fast garnichts mehr ist außer Dschungel und das wollen wir uns ansehen. Rurrenabaque sah auch schon ganz anders aus. Es hatte schon was Dschungel-artiges. Ziemlich faszinierend. Eigentlich hätte es hier ja jetzt unangenehm warm sein müssen, aber wir hatten natürlich das "Glück" in der absoluten Kältephase von Bolivien dahin zu reisen. Wir hatten uns eigentlich alle schon so auf Wärme gefreut, weil es echt kalt in Bolivien ist momentan. Aber selbst die Bolivianer sagen so wie es immoment ist, wäre es sehr ungewöhnlich kalt.
Am nächsten Tag ging es dann auf jeden Fall los mit unsere Tour. Wir sind in einer Gruppe mit vier weiteren Engländerinnen in einem Jeep bis zu einem Fluss gefahren. Von dort ging es im Boot weiter. Wir sind ungefähr vier Stunden auf dem Fluss gefahren und haben schon total interessante Tiere gesehen. Zum einen Affen, die sogar zu uns aufs Boot kamen, Aras, Kaimane (viele!), Flussdelphine in rosa, Schildkröten, Wasserschweine und ganz viele verschiedene Vögel.
Dann kamen wir in unserem Camp an. Das war dem zu folge am Wasser. Alle zugehörigen Häuser standen auch auf Stelzen und man lief immer über Stege. Es war eigentlich ganz schön da. Das Essen war auch gut. Aber was garnicht ging war, dass es für uns keine Decken mehr gag und wie gesagt es war kalt. Also die Nacht war echt hart und ziemlich unangenehm. Aber zuvor schauten wir uns noch den Sonnenuntergang an an einem Ort, der wie eine Lichte war also ganz ungewöhnlich,zu dem wir wieder mit dem Boot fuhren. Als es dunkel war fuhren wir nochmal mit dem Boot los und wollten uns die Augen von Kaimaren ansehen, die im dunkel orange leuchten. Aber der Sternenhimmel war ehrlich gesagt interessanter.
Am nächsten Tag war unser erster Tagespunkt die Suche nach Anakondas. Wiedereinmal fuhren wir mit dem Boot zu einer Stelle, ab der wir an Land gingen, um im kniehohen Gras und knöcheltiefem, stinkendem Wasser nach ihnen zu suchen. Haben aber leider keine gesehen. Aber wenigstens war heute mehr Sonne da und es war warm.
Nach dem Mittageessen sind wir Piranjas fischen gegangen. Der einzige, der einen Piranja fing war aber unser Guide. Der Rest hat aber zum Teil andere Fische gefangen immerhin. Ich hab auch einen gefangen. Angel ist aber trotzdem langweilig.
Am nächsten Tag hatten wir nur noch einen Punkt auf der Liste. Schwimmen mit Delphinen. Naja schwimmen war es jetzt eher nicht so. Eher planschen in der selben Ecke wo auch Delphine sind. Aber immerhin. Danach sind wir zurück an Land gefahren und dann wieder mit dem Jeep nach Rurrenabaque. Da hatten wir dann noch den restlichen Tag. Am nächsten Morgen sind wir wieder nach La Paz geflogen und von dort am Abend nach Sucre. Dort hatten wir dann noch den ganzen Tag bevor gleich den selben Abend wieder nach Monteagudo gefahren sind.
Jetzt bin ich endlich wieder in meinem Dörfchen nach so langer Zeit. Dele hat mir leider ziemlich viel Zeit gestohlen, die ich nicht arbeiten konnte, aber war trotzdem gut, dass ich es gemacht habe. Und jetzt habe ich nochmal vier volle Wochen zum arbeiten, dann sind Ferien und wir reisen nochmal und dann fahren wir ja schon nach Hause. Die Zeit vergeht so schnell.

Mittwoch, 13. April 2016

36. - 38, Woche (28.03. - 10.04.)


Monteagudo


Letzte Woche war ja mal wieder mehr frei wegen Ostern, aber diese Woche sollte dann eigentlich alles wieder normal sein. Aber in Bolivien natürlich nicht!
Am Montag war ich ganz normal an der Arbeit. Dienstag schleppe ich mich halb krank zum Kindergarten- aber keiner da! Ich liebe es wie uns hier immer bescheid gesagt wird. Naja wenigstens konnte ich mich dann den Tag ein bisschen auskurieren und den nächsten blieb ich auch nochmal zuhause. Donnerstag war ich dann wieder da und Freitag war schon wieder keine Arbeit wegen irgendeines Streiks. Ganze zwei Tage also diese Woche gearbeitet. Glückwunsch!
Eigentlich traurig, da ich ja schon bald wieder nach Sucre muss für drei Wochen und gerne noch etwas Zeit mit den Kindern verbacht hätte.
Aber nächste Woche sollte ich auch nicht mehr arbeiten. Der Streik ging weiter. Am Wochenende war wieder alles geöffnet gewesen,sodass wir einkaufen gehen konnten aber jetzt war für die ganze Woche Streik angesagt. Was hier bedeutet, dass NICHTS arbeitet. Es gibt keinen Markt, keine Schule, keine Taxis, kein Restaurant hat offen und auch die Müllabfuhr fährt nicht geschweige denn Flotas. Die ganze Stadt war lahm gelegt und auch alle Wege nach Monteagudo und aus der Stadt raus waren blockiert. Das bedeutet, dass die Freiwilligen Sopachuy uns dieses Wochenende schon wieder nicht besuchen können. Irgendwie klappt das nie (siehe Karneval)
Erst wussten wir garnicht, was wir nun die ganze Woche machen sollten. Am Montag beschlossen wir mal eine Wanderung in die wunderschöne Natur direkt vor unsere Tür zu machen. Es war wirklich atemberaubend, was wir da sahen. Wir liefen an Feldern vorbei, durch Orangenplantagen, an einem Fluss entlang und in einem Wald, der schon sehr tropische Merkamale aufwies. Es war einfach nur wunderschön. Ein richtig guter Tag. Das sollte sich am Abend aber noch ändern, als ein Stinktier in unser Zimmer lief und uns die Hölle brachte.
Wir waren so fertig vom Tag und wollten früh schlafen gehen, Ich hatte schon geschlafen, als mich meine Mitbewohnerin weckte und meinte sie höre irgendwelche Geräusche. Zuvor hatten schon alle Nachabarn das Tier im Hof bewundert und Fotos gemacht.
Wir suchten das ganze Zimmer ab, aber fanden es nicht. Nach einiger Zeit entdeckten wir es. Es hatte sich in einem winzigen Platz hinter unsere Kommode versteckt. Als wir schreiend aus dem Zimmer liefen, kamen uns unsere Nachbarn zuhilfe, die gesehen hatten wie das Tier in unser Zimmer gelaufen war. Ein Glück konnten die Männer das Tier entfernen. Alleine hätten wir das nie geschafft. Es dauerte auch für die Männer einige Zeit und vorallem war es eine echt Belastung, da der Gestank so stark war, dass man nicht mal auf der anderen Seite des Hofes normal atmen konnte.
Da hatten wir dann unsere Wochenbeschäftigung gefunden. Die nächsten zwei Tage waren wir nur am putzen und waschen. Alle Klamotten, Bettwäsche und Vorhänge wuschen wir, weil der Geruch nicht auszuhalten war. Diese Tage mussten wir auch in dem anderen Zimmer schlafen, weil es einfach nicht ging.
Donnerstag war dann schon alles wieder halbwegs ok und wir konnten wieder einziehen. Am Freitag war dann auch der Streik beendet und ich ging nochmal zur arbeiten. Vor allem um bescheid zu sagen, dass ich die nächsten 3 Wochen für Dele wieder in Sucre sein würde. Und am Sonntag Abend bin ich dann auch schon gefahren.

Sonntag, 27. März 2016

28. - 35. Woche (8.2. - 27.3.)


Monteagudo / Sucre / Tarabuco


Hallo mal wieder! Jetzt ist ja wirklich schon viel Zeit vergangen und ich bin auch eigentlisch schon wieder seit zwei Wochen in meinem Dörfchen Monteagudo. Aber von vorne:
Die zwei Tage im Februar nach Karneval, die noch frei waren, kamen uns die Freiwilligen aus Tarabuco besuchen. Es waren zwei sehr schöne Tage. Wir waren das erste Mal an dem Fluss bei uns in der Nähe. Dort kann man schwimmen und es war eigentlich ganz nett dort. Am Dienstag luden uns unsere Nachbarn zu einem Fest ein, bei dem eigentlich Kühe gebrandmarkt werden sollen und deswegen gegrillt und getrunken wurde. Aber wie es in Bolivien halt so ist wurde am Ende nur gegessen und getrunken. Danach wollten wir eigentlich nach hause fahren, weil ich mit den beiden aus Tarabuco zusammen den Abend nach Sucre fahren wollte. Doch unsere Nachbarn nahmen uns noch mit auf ihrem Truck durch die Stadt und ließen uns Karneval nochmal richtig spüren. Wir fuhren zum Fluss, füllten ein ganzes Fass mit Wasser und starteten eine Wasserschlacht mit der ganzen Stadt, indem wir durch die Stadt fuhren und jeden mit ekeligem Flusswasser nass machten, an dem wir vorbei kamen. Aber von unsere Sorte gab es einige Gruppen. Wir blieben kein bisschen trocken.
Als wir dann zum Bus wollten, hatte es angefangen in Strömen zu regnen und Gewitter gab es auch. Am liebsten wäre ich garnicht eingestiegen in den Bus. Bei dem Wetter war es eigentlich lebensmüde zu fahren bei dieser Strecke.
Das Ende vom Lied: Zwei Stunden von Monteagudo entfernt durften wir die Nacht überdauern. Eine Flota vor uns war mit einem Rad den Abhang runter gerutscht und Steine lagen auf dem Weg. Wir mussten warten, bis es hell wurde, bis ein Bagger kam, die Strecke frei räumte und der Flota wieder auf die "Strasse" half.
Danach konnten wir ein Glück weiter fahren, bis dann unser Bus eine Pann erlitt. Nochmal vier Stunden in der Pampa warten. Wenigstens konnten wir jetzt mal was essen und trinken.
Als wir dann losfuhren hoffte ich nur noch, dass es keine Blockaden vor Sucre wieder geben würde. Das war nicht der Fall und dann war ich auch endlich in Sucre mit einer Resiezeit von 24 Stunden für eine Strecke für die ich sonst nur höchstens 10 Stunden brauche.
Dann fing Dele an. Diese 4 Wochen bestanden wirklich nur aus lernen und lernen. Aber es war garnicht so schlimm, mit dem Wissen etwas sinnvolles zu lernen.
Ein Wochenende waren eine die ebenfalls Dele macht und ich bei den Freiwilligen in Tarabuco.
Eine weitere Neuigkeit ist, dass die Freiwillige von der Isla del Sol zu uns gewechselt ist.
Gegen Ende meiner Zeit in Sucre, besuchte mich meine Mutter. Das war sehr schön und zusammen fuhren wir zurück nach Monteagudo.
Also seit zwei Wochen bin ich nun wieder in meinem Dorf. Erst war es seltsam nach so langer Zeit wieder zu arbeiten, aber nach einer Woche ging es wieder. Es war so schön die Kinder wieder zu sehen. Ich hatte sie doch vermisst. Jetzt bin ich froh, dass ich wieder ein bisschen arbeiten kann, dann muss ich leider nochmal nach Sucre für noch mehr Sprachkurs ( darauf habe ich jetzt eher weniger Lust, weil es zum Ende hin schon sehr anstrengend war), aber den ganzen Juni darf ich dann noch in meinem Dorf sein.
Letztes Wochenende war ein Fest in Tarabuco, genannt Pujllay. Viele Freiwillige von unsere Gruppe waren angereist. Sogar drei aus dem weit entfernten Puerto Quijaro, die zwei Tage reisen mussten. Am Freitag waren wir schon da, aber das Fest war erst so richtig am Samstag. Abends gab es Konzerte von "sehr berühmten" bolivianischen Bands in einer Halle. Ich kannte sie nicht und sie hörten sich, wie meistens die bolivianische Musik, ziemlich gleich an. Aber es war trotzdem ein netter Abend. Am nächsten Tag gab es Tänze, einen Umzug und einen Baum, an dem alles mögliche an Essen aufgehangen wurde. Zum Beispiel Ketchup, Bier, Wein, Brot, Marmelade neben Gemüse, Obst und mehreren Hälften eines Schweines.
Die zweite Woche lief dann schon besser wieder an der Arbeit. Das Wetter ist momentan sehr angenehm. Es ist halt Regenzeit. Die Sonne ist wenig draußen und es ist richtig kühl. Mal ganz nett wenns sonst nur so heiss in Monteagudo ist. Aber es regnet jeden Tag und das heißtman kann eigentlich keine Wäsche waschen weil sie nicht trocknet. Das heißt ich hab irgendwie nichts zum anziehen aber ich habe eh so wenig, weil ich garnicht so viele warme Sachen hier habe. Freitag war dann frei und Donnerstag lief eigentlich auch schon nichts merh in der Schule. Das heißt es war ein schönes langes Wochenende für mich, an dem wir endlich mal wieder nur zu hause waren und uns entspannten.
Heute wünsche ich euch noch allesn Frohe Ostern!
Wir haben nicht wirklich gefiert, aber immerhin haben Vera und ich Eier gefärbt und uns Osternester gemacht, die wir gegenseitig versteckt haben.

Sonntag, 7. Februar 2016

26. Woche (1.2. - 7.2.)


Monteagudo/ Sucre und fast Sopachuy


Die erste Arbeitswoche ist vorbei. Die erste Woche lief im Kindergarten und in der Schule nicht so viel. Also der Kindergarten war immer schon um 11 Uhr zu Ende anstatt 12 Uhr und die Schule immer schon um 5Uhr zu Ende anstatt um 6 Uhr. Wobei bei mir in der Schule schon gleich wieder richtiger Unterricht lief.
Im Kindergarten bin ich jetzt in einer neuen Gruppe. Es sind die ganz kleinen, die jetzt ihr erstes Jahr im Kindergarten beginnen. Eine Gruppe von 40 Kindern! Ich arbeite auch mit einer neuen Kindergärtnerinn zusammen. Sie hat zwei Jahre in Sucre gearbeitet und beginnt jetzt ihr erstes Jahr hier in Monteagudo.
Mit 40 neuen kleinen Kindern in eienr Gruppe ist es schon echt anstrengend! Wenn einer weint weinen alle. Aber in der Schule hat es schonmal ganz gut angefangen und ich hab ein paar gute Ideen für das neue Jahr.
Am Freitag war Karneval. Hier ist es Tradition sich auf der Straße mit Wasser abzuschießen- da muss man immer achtsam auf dem Weg zur Arbeit sein. Im Kindergarten gab es eine richtige Schaumparty. Jedes Kind hatte eine Wasserpistole dabei, manche waren auch verkleidet und manche hatten auch so Schaumzeug dabei zum sprühen.
Eigentlich wollten wir dieses Wochenende, um Karneval zu feiern nach Sopachuy zu anderen Freiwilligen fahren. Erstmal ist es sowieso nicht so einfach dahin zu kommen, weil das auch eher ein kleineres Dorf ist- Das heißt es fahren keine Busse direkt von Monteagudo dahin. Deswegen war der Plan erstmal nach Sucre zu fahren und von dort aus nach Sopachuy. Das Problem war aber, dass die Bauen momentan streiken und den Weg nach Sucre rein blockiert haben. Die meisten Flotas sind deswegen nicht gefahren. Manche aber doch, weil auch gesagt wurde das die Blockade bis Freitag weg ist. Eigentlich hätten wir keinen Busplatz mehr bekommen aber wir haben uns bereit erklärt im Gang mitzufahren. Das war auch ne Erfahrung. Garnicht mal so unbequem für aber für 10 Stunden...naja. Wir hatten aber Glück, das nach der Pause zwei Leute ausgestiegen sind. Also konnten wir diese Plätze nehmen. Dann standen wir vor Sucre und die Blockade war nicht weg. Das hieß laufen. Wir haben uns einer netten Familie angeschlossen und sind ungefähr 2 Stunden bei Dunkelheit und Kälte zwischen Lastwagen entlang gegangen. Alles in der Hoffnung, dass wir einen Bus nach Sopachuy finden würden. Es sollte angeblich eine um 9 Uhr geben, Als wir dann in Sucre ankamen die ernüchterne Nachricht: Erst um 17Uhr gibt eine Flota nach Sopachuy. Als wir ankamen war es ja schon Samstag und dann haben wir überlegt aber festgestellt, dass sich das nicht lohnt. Wir hätten nur den Abend in Sopachuy und müssten aber am Sonntag schon wieder fahren und wir wussten auch nicht wie wir von dort wieder nach Monteagudo kommen sollten.
Also haben wir uns wieder Tickets nach Monteagudo gekauft und sind in die Stadt gegangen, um was zu essen und etwas für die Fahrt zu kaufen. Um ca. 1 Uhr haben wir uns schon wieder auf den Weg richtung Flota gemacht. Die Blockade war ja immer noch nicht weg. Also mussten wir wieder den ganzen Weg der zwischen den Lastwagen zurück laufen in der Mittagshitze dann auch noch! Da wir ja so Glückspilze sind war unsere Flot auch noch die letzte also ganz hinten. Wenigstens haben wir sie gefunden und hatten dann eine recht entspannte Fahrt nach Monteagudo.
Ja, das war die Geschichte von unserem sehr verpatzen Karneval...
Montag und Dienstag sind dann noch frei wegen Karneval. Dienstag Abend werde ich dann wieder nach Sucre fahren für längere Zeit, weil ich mich nach wirklich langen Überlegungen dazu entschlossen habe das Sprachzertifikat für Spanisch (Dele) zu machen. Dafür habe ich erstmal 7 Wochen Sprachkurs und die Prüfung ist dann im Mai. Deswegen werdet ihr wohl auch die nächsten 7 Wochen ersmal nichts mehr von mir hören. Also bis dann!

Montag, 1. Februar 2016

19. - 25. Woche ( 21.12. - 31. - 1.)


WEIHNACHTEN&DIE GROßE REISE
Sucre / Iquique / Santiago / Valparaíso und Vina del mar / Pucón / Puerto Montt


Nach einem Monat bin ich dann auch mal wieder zuhause und kann euch berichten, was wir alles so spannendes erlebt haben.
Erstmal noch kurz zu Weihnachten: Das war ungefähr genauso unspannend wie die Weihanchtszeit oder vielleicht sogar noch unspekatkulärer. Ich war extra nach Sucre gefahren, weil der Chef von dem Hostel in Sucre, der auch für uns verantwortlich ist, uns aus Monteagudo eingeladen hatte mit ihm und seiner Famillie Weihnachten zu feiern, weil wir ja kein Gastfamilie haben. Leider war das alles ein bisschen unorganisiert, sodass wir garnicht wussten, wann es Essen gab und was noch so passieren würde..so kam es, dass wir also Jana, Vera, eine Freiwillige von der Isla del Sol und ich den ganzen Abend zusammen auf unseren Zimmern warteten und uns unterhielten. Das war nett aber es hätte auch an irgendeinem anderen Tag sein können. Dieses Jahr gab es einfach kein Weihnachten. Aber das war dann auch nicht weiter wichtig, da jetzt die Reisen losgehen konnten.


Ich bin schon am nächsten Tag mit dem Bus nach Cochabamba gefahren, um mich dort mit Özlem zu treffen, damit wir unsere gemeinsame Reise starten können.
Ich war unerwartet früh schon in Cochabamba und durfte 15 Stunden warten, bis Özlem kommen wollte und wir dann sofort den Bus nach Iquique in Chile nehmen wollten. Zum Glück lerte ich eine Deutsche kenne, mit der ich den ganzen Tag verbrachte. Leider regnete es sehr stark an dem Tag, sodass wir uns nichts von der Stadt angucken konnten. Ich glaube das war der unnötigste, nervigste und langweiligste Tag in meinem Leben. Aber dann hätten wir fast den Bus nach Iquique nicht bekommen, weil Özlem im Stau vor Cochabamba stand. Wäre das passiert, hätten wir den ganzen Urlaub vergessen können, da der Zeitplan ziemlich straff war und vieles schon gebucht war. Am Ende ging zum Glück alles gut und am nächsten Morgen kamen wir in Iquique an. Den ersten Tag nutzen wir also um uns die Stadt ein wenig anzusehen. Wir haben eine Holländerin kennen gelernt, mit der wir Essen waren und dann sind wir noch an der Stranpromenade entlang gegangen.
Am nächsten Morgen sind wir mit dem Flugzeug nach Santiago geflogen. In Santiago haben wir uns die Stadt ein bisschen angesehen, waren ein bisschen shoppen und Pferde reiten. Es war so schön mal wieder in einer europäischen Stadt zu sein, wo es alles gibt unter anderem normale Klamotten Läden. Ich hab aber trotzdem nichts gekauft-mal wieder nichts gefunden.
Das Pferde reiten war mega schön! Wir wurden abgeholt und waren in einer Gruppe mit zwei Amerikanerinnen. Wir sind erstmal zwei Stunden mit dem Auto aus der Stadt gefahren und in die tiefste Natur der Anden. Dort war die "Farm" von einenm Cowboy mit dem und dessen Pferden wir reiten wollten. Er musste die Pferde auch erstmal einfangen, weil die dort ganz frei rumlaufen konnten. Wir sind ungefähr zwei Stunden geritten und haben so schöne Natur gesehen! Ganz viele Berge und in der Ferne konnte man schon Schnee auf einigen Bergen sehen. Also das war echt toll.
Am nächsten Tag sind wir abends nach Valparaíso gefahren, weil wir dort am nächsten Tag Silvester feiern wollten. Am Abend des 31. sind wir nach Vina del Mar an den Strand gefahren und haben uns von dort ein wunderschönes Feuerwerk angesehen. Die Stadt organisiert hier jedes Jahr ein riesiges Feuerwerk und es war wirklich schön.
Am nächsten Tag sind wir nach Pucón gefahren. Ein kleines, süßes Städtchen mit aktivem Vulksn und riesigem See schon ziemlich im Süden von Chile. Wir kamen morgens an und waren erstmal richtig nett frühstücken in einem super süßen Café, wo es eigentlich nur Donuts, Brownies und Sandwiches kam. Aber es war sehr lecker. Am Nachmittag waren wir Segeln! Für mich das erste mal, dass ich auf einem Segelboot war. Wir haben sogar gelernt wie man ein Boot lenkt und mussten es auch gleich anwenden. Das hat echt Spaß gemacht und unser Guide war auch echt nett.
Eigentlich hätten wir am nächsten Tag noch eine Tour zu dem Vulkan gehabt, aber leider fuhr abends kein Bus nach Puerto Montt. Deswegen mussten wir schon Mittags fahren und die Tour leider ausfallen lassen.
Puerto Montt war dann schon unser tiefster Punkt, den wir von Chile erreichen wollten. Es war auf jeden Fall schon so südlich, dass es wieder kalt war und es erst um halb 11 dunkel wurde.
Die ersten Tage in Puerto Montt haben wir erstmal gechillt. Es hat leider nicht geklappt, dass wir Touren vorbuchen konnten also mussten wir das vor Ort machen. Für die nächsten drei Tage hatten wir dann aber auch drei Touren. Eine ging zur Insel Chiloé, eine zu Pinguinen auf der Insel Chiloé und die dritte zu dem Vulkan Osorno. Alle drei waren sehr interessant und die Natur war immer berauschend.
Am Abend unsere letzten Tages in Puerto Montt, haben wir den Bus wieder nach Santiago genommen. In Santiago hatten wir eigentlich den Flugzeugsprung geplant, aber unsere Organisation, mit der wir den geplant hatten, musste uns leider absagen. Also hatten wir für die Tage in Santiago eigentlich garkeinen Plan mehr. Wir waren aber einen ganzen Tag damit beschäftigt ein neues Handy für Özlem zu suche, weil ihres in Puerto Montt gestohlen wurde.
Von Santiago sind wir wieder nach Iquique geflogen. Von dort wollten gleich weiter nach San Pedro de Atacama fahren, um abends dann dort zu sein. Das war etwas schwierig, weil die einzigen direkt Verbindungen nach San Pedro nur nachts fuhren. Aber es gab einen Bus, der auch tagsüber fuhr aber mit Zwischenstop in Calama. Naja haben wir das gemacht. Dann kam aber unser erster Bus nach Calama viel zu spät, sodass wir unseren Anschlussbus nach San Pedro nicht mehr bekamen. Dann standen wir da in Calama in der Nacht und wussten nicht wo hin mit uns. Haben wir uns erst mal bei der Busfirma beschwert. Die hat uns dann ein Hotelzimmer organisiert und bezahlt. Aber wir hatten ja eigentlich ein Hotel in San Pedro und San Pedro ist echt teuer, weil das so touristisch ist. Das war echt mies. Wenigstens konnten wir noch unsere Tour machen, die wir in San Pedro gebucht hatten, da wir schon morgen einen Bus nach San Pedro nehmen konnten.
Die Tour in der Atacam Wüste war dann auch echt schön! Wir haben so viele tolle Naturphänomene gesehen und einen Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen hatten wir noch eine Tour zu Geysieren. Die fing schon um 4 Uhr morgens an und war dann auch mit Frühstück. Eier und Kakao, der in einem Geysier warm gemacht wurde.
An dem Tag sind wir wieder nach Iquique gefahren. Dort waren wir Paragliden. Das war auch richtig cool. Wir sind dann aber auch schon am nächsten Tag abend mit dem Bus wieder Richtung Bolivien gefahren.
Dort haben wir uns mit der Freiwilligen von der Isla del Sol getroffen, um die Salz und Silber Tour zu machen. Zuerste waren wir in La Paz und haben dort eine Stadttour bekommen. Danach sind wir nach Uyuni gefahren und waren dort drei Tage beim Salar de Uyuni. Den ersten Tag waren wir richtig in der Salzwüste, wo alles ganz weiß war und die nächsten beiden Tage einfach nur Wüste aus Stein und Sand. Es war aber alles echt interessant und beeindruckend!
Als wir wieder in Uyuni ankamen, sollten wir eigentlich gleich weiter nach Potosí fahren, um uns dort Mienen anzugucken, aber es gab eine Blockade aus Uyuni raus wegen Protesten und wir hätten mehrer Meter laufen müssen, um zu unserem Bus zu kommen. Dann beschlossen wir, um das zu umgehen, dann halt erst wieder nach La Paz zu fahren, um das zu umgehen aber wir mussten auch laufen mit unserem ganzen Zeug kurz vor der Dunkelheit. Es waren bestimmt 3 Kilometer. Das war einfach nur nervig. Von La Paz sind wir dann gleich nach Sucre gefahren, weil wir eh in zwei Tagen da sein mussten für das Zwischenseminar.
Das Zwischenseminar an sich war dann auch recht interessant. Wir haben viel über Wirtschaft, Politik und Evo Morales in Bolivien gehört. Dann waren wir noch bei einem Selbstverteidigungskurs und sind einen Inkatrail entlang gewandert.
Nach dem Zwischenseminar beschlossen wir unseren restlichen Teil der Salz und Silber Tour noch zu machen. Also sind wir von Sucre aus nach Potosí gefahren, haben uns die Mienen angeguckt und waren am nächsten Tag noch in einem Museum. Danach sind wir wieder zurück gefahren und am Abend wieder zurück in unsere Dörfer. Jetzt sind wir wieder in Monteagudo und morgen beginnt auch die Arbeit wieder.
Einen ganzen Monat sind wir jetzt unterwegs gewesen. Richtig komisch wieder in den Alltag zurück zu kehren. Aber es war wirklich eine tolle Zeit. Wir haben so viel gesehen, so viele Menschen getroffen und so einen tiefen Welteinblick bekommen. Wirklich eine tolle Erfahrung und ich hoffe, dass die nächsten sechs Monate hier in Bolivien noch viel weitere tolle Erfahrungen bereit hälten. Ich werde euch dann berichten!

Montag, 21. Dezember 2015

16.-18. Woche (30.11. - 21.12.)
Monteagudo / Sucre / Alcala


Hallo mal wieder. Es kam ja jetzt schon lange nichts mehr aber es ist auch nicht groß was passiert, außer, dass ich ein Wochenende in Sucre und eine Woche in Alcala zur Entrada (ein großes Fest, wo viel Musik gespielt wird, getanzt und getrunken wird).Wahrscheinlich waren eh alle zu beschäftigt und gestresst mit Weihnachtsvorbereitungen und all dem, um dieses Käseblatt hier zu lesen. Dieses Jahr musste ich mich weihnachtstechnisch wirklich um garnichts kümmern. Einerseits sehr entspannend andererseits sehr traurig. Ich finde es doch mehr traurig...Leider wird hier Weihnachten wirklich nicht groß gefeiert und es kam wenig Weihnachtsstimmung auf. Es war auch einfach zu warm. Immerhin ist hier jetzt richtig Sommer. Trotzdem haben wir uns Mühe gegeben und einmal Kekse gebacken. Marlene hat sogar aus Mandarinenästen einen kleinen Adventskranz gebastelt. Trotzdem fiel die Weihnachtszeit dieses Jahr für mich irgendwie aus. So wie wahrscheinlich auch Weihnachten. Morgen fahre ich nach Sucre, wo ich dann Weihnachten mit Vera aus meiner WG, einer Freiwilligen von der Isla del Sol und dem Hostel Team in Sucre feiern werde. Ich weiß leider garnicht, was wir da machen werden und wie das so abläuft. Es soll auf jeden Fall ein großes Essen geben mal sehen.. Das werdet ihr aber erst im Februar erfahren. Ich werde von Sucre aus nämlich auch mit einer anderen Freiwilligen eine große Reise nach Chile beginnen. Wir werden bis runter nach Puerto Montt reisen und wir habe viele spannende Aktionen geplant wie zum Beispiel einen Flugzeugsprung. Ob das alles so klappt, wie es geplant ist werden wir mal sehen aber ich freue mich schon. Am Ende des Januars werden wir dann wieder in Sucre sein für das Zwischenseminar. So habt ihr einen groben Überblick, was nächsten Monat passiert aber genau erfahrt ihr es dann im Februar, da ich meinen Laptop nicht mitnehmen werde.
Zu weiteren Ankündigungen zählt, dass Jana, die Freiwillige die den Platz von Marley eingenommen hatte, uns nun auch verlassen wird, auf Grund von Magenbeschwerden.
Mal sehen wie das neue Jahr wird. Wenn wir im Februar wieder anfangen zu arbeiten ist dann genau die Hälfte meines Bolivienaufenthalts schon vorbei.
Jetzt wünsche ich erstmal allen ein Frohes Fest und ein gutes neues Jahr.

Sonntag, 29. November 2015

15. Woche (23.11. - 29.11.)


Monteagudo


In dieser Woche kamen endlich die langersehnten Ferien. Von Schülern und Lehrern langerwartet. Im Kindergarten war ja letzte Woche schon Schluss. Zumindest für die Primaria. Diese Woche nur noch die Großen, die dann nach dem Sommer in die Schule gehen. Da meine Gruppe eine der kleinen ist, durfte ich diese Woche mit den anderen Kindergärtnerinnen basteln. Am Freitag war dann die Promocion. Ich war kurz da, aber es war ziemlich langweilig. Die Kinder sind eingelaufen, haben zwei Songs gesungen und dann saßen alle nur noch da, während die Profe die ganze Zeit irgendwas geredet hat und dabei aber Musik lief. Es hat eigentlich keiner zugehört und alle sind ständig raus und rein gerannt.
In der Schule war auch nicht mehr viel los. Also das ist ziemlich genauso wie in Deutschland. Ich war auch überhaupt nur noch Montag und Dienstag da, weil danach schon garkein Unterricht mehr war. Selbst an den Tagen haben wir nur eine Stunde Unterricht gemacht und uns danach Fußballspiele angesehen.
Jana ging es diese Woche immer noch richtig schlecht mit ihrem Bauch. Sie ist nach Sucre gefahren , um sich untersuchen zu lassen. Vera ebenfalls, aber sie ist erst am Samstag gefahren.
Dieses Wochenende war mal wieder ein Wochenende nur in Monteagudo. Die waren ja in letzter Zeit sehr rar. Nunja, jetzt ist Sonntag und Malene und ich sind nur noch alleine hier und werden es auch bis Donnerstag sein. Dann fahren wir auch nach Sucre.
Heute haben wir eigentlich nur Haushalts-Sachen gemacht: Geputzt,gewaschen und ich habe noch einen Kuchen gebacken. Gestern hatten wir sogar ein paar Kekse gebacken. Heute ist ja schon der erste Advent. Wir wollten ein bisschen Weihnachtsstimmung aufbringen. Davon merkt man hier nämlich gar nichts. Es ist wirklich traurig. Aber dann haben wir eben uns hingesetzt, Kekse gegessen und ein paar Weihnachtslieder angemacht. Aber es ist nicht dasselbe und überhaupt stimmt es einen eher traurig. Zuhause wäre jetzt Weihnachtsstimmung. Hier aber nicht... Naja ich wünsche euch trotzdem allen einen schönen Advent. Esst ein paar Kekse, genießt die Kälte draußen und die Wärme und Gemütlichkeit drinnen. Diese Gemütlichkeit gibts hier leider auch nicht. Wenigstens hat es sich dieses Wochenende ein bisschen abgekühlt, nachdem es diese Woche wieder unausstehlich heiss war.


Montag, 23. November 2015

14. Woche ( 16.11. - 22.11)

Monteagudo / Camiri

Zuerst dachte ich, dass diese Woche super stressig würde aber am Ende haben wir garnichts von den geplanten Sachen gemacht. Es war auch super warm diese Woche und das ist so mega anstrengend! Ich kam jeden Tag nach hause hab geduscht und wollte nur schlafen. Besonders am Donnerstag war es schlimm. Leider weiß ich es nicht in Grad aber waren es bestimmt über 40 Grad + hohe Luftfeuchtigkeit = großes Schwitzen/ großes Sterben. Schlimm, wenn man jeden Morgen aufwacht, das erste Mal zur Tür rausgeht und schon da erschlagen wird von Hitze. Und dann weiß man nicht was man anziehen soll, weil man egal was man anzieht sofort anfangen wird zu schwitzen.
Am Wochenende waren wir in dem nahegelegenen Camiri. Nur etwa 3 oder 4 Stunden entfernt, um mal wieder einen Geburtstag zu feiern. Wir sind aber erst am Samstag gefahren und dann Sonntag Abend wieder nach Hause. Aber es war trotzdem sehr nett.
Am Freitag war noch ein besonderer Tag im Kindergarten. Es war der letzte Tag für die Kleinen Kindergartenkinder. Die größreren müssen nächste Woche noch kommen. Aber für die Kleinen war am Freitag ein richtiges Fest. Es wurde ein Weihnachtsbaum aufgestellt, es gab ganz viel zu essen und wir waren in der Kirche, wo die Weihnachtsgeschichte vorgespielt wurde.
Am Abend war dann auch noch Fest für alle Kindergärtnerinnen und ich sollte / durfte auch kommen. Es gab ganz viel zu essen und es war mein erster richtiger bolivianischer Abend mit te invio. Das bedeutet jemand lädt dich ein etwas zu trinken. Er trinkt das Glas aus und füllt eins für dich und dann musst du jemanden einladen. Da darf man auf keinen Fall nein sagen. Dann kann man eigentlich gleich nach Hause gehen. Ganz schlimme Sache ist das. Aber es war ganz nett und ich konnte te invito ganz gut von mir fernhalten. Ich hab an diesem Abend das erste Mal eine richtige Unterhaltung auf Spansich geführt. Sogar gleich zwei und dabei wurde mir sogar gesagt, dass ich gut Spanisch sprechen könnt, was absolut nicht der Fall ist, aber da habe ich gemerkt, dass ich wenigstens etwas kann. Also es ist besser geworden. Für das Nötigste reicht es und vielleicht etwas mehr...

Montag, 16. November 2015

13. Woche (10.11. - 15.11)

Monteagudo / Sucre

Diese Woche habe ich mal was echt nettes und sozial wertvolles gemacht. Ich habe mit meinen Lehrekollegen Basketball gespielt. Ich war mir erst garnicht sicher, ob sie mich wirklich eingeladen haben aber ja und es hat echt Spaß gemacht.
Am Wochenende sind wir wie jeden Monat nach Sucre gefahren. Alle anderen WG´s, die auch nach Sucre kommen waren da. Das war ein wirklich schönes Wochenende mit denen. Wir waren ganz oft essen und haben vieles erledigt und gekauft. Jeden Monat hebe ich mein Taschengeld in Sucre ab und es ist immer fast schon alle wenn wir aus Sucre wegfahren.
Diese Woche sollten wir auch schon unseren ersten Quartalsbericht einreichen. So weit ist es schon. Wir sind jetzt schon drei Monate hier. Das ging dann doch recht schnell rum und ich glaube die nächste Zeit wird auch schnell rumgehen. Also auf jeden Fall bis Feburar, weil wir bis dahin ja viel auf Reisen sind. 3 Monate sind ja auch immer diese klassischen Eingewöhnungsmonate. Joa, ich hab mich jetzt schon besser eingelebt und an alles gewöhnt, ein bisschen Alltag ist eingekehrt, mit der Sprache klappt es etwas besser aber es ist immer noch alles sehr anders hier und immer noch irgendwie neu. Ich glaube hier brauche ich eher eine Eingewöhnugsphase von 5 Monaten. Also bis zum nächsten Jahr. Dann fängt alles neu an. Da bin ich mal gespannt drauf.

Ich habe auch übrigens schon mein Abflugdatum bekommen. Es ist der 26. Juli. Wir fliegen am Nachmittag in Bolivien los und sind dann gegen frühen Abend des 27. in Deutschland.

Mittwoch, 11. November 2015

12. Woche (2.11. - 9.11.)

Monteagudo / Alcala

Diese Woche war eine verkürtzte Woche. Montag war Allerheiligen. Der Feiertag schlechthin. Alles hatte zu. Wir haben den Tag zuhause verbracht und Filme geschaut. Viel unternehmen konnte man eh nicht, da seit dem Wochenende nur regnet hier. Es ist sogar richtig kalt. Nunja...uns kommt es kalt vor aber das Thermometer sagt es seien 23° Grad. Leider weiss ich nicht genau, wie warm wir es schon hatten. Es war auf jeden Fall schon sehr warm. Aber es ist ja schon fast Sommer hier. Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass wir uns so schnell an das warme Wetter gewöhnen.
Sonst war diese Woche nichts Besonderes.
Am Wochenende waren wir in Alcala bei anderen Freiwilligen, weil einer von ihnen Geburtstag hatte. Das war auf jeden Fall eine sehr interessante Anreise.
Am Freitag sind wir in eine Flota in Richtung Sucre eingestiegen und schon vorher irgendwo in der Pampa ausgestiegen. Dort sollten wir abgeholt werden. Aber die Person mit Auto, die uns abholen sollte kam nicht. Zum Glück konnten uns die Freiwilligen aus Alcala uns erreichen und zusammen haben wir es dann irgendwie nach Alcala geschafft. Dafür mussten wir aber erstmal eine Stunde Fußmarsch hinter uns bringen. Um drei Uhr nachts, in absoluter Dunkelheit, irgendwo auf einem Feldweg in Bolivien. Aber wir haben es überlebt also alles gut.
Wir wurden bei den anderen Freiwilligen im HI- Hostel untergebracht.
Am Samstag haben wir nach dem Frühstück ein wenig Alcala erkundet. Wir sind etwas außerhalb gewandert an einen schönen Fluss. Das war echt nett. Aber wirklich immer wenn wir wandern oder spazieren sind wir so schlecht ausgestattet. Ich hätte wirkich Wanderschuhe mitnehmen sollen...
Am Sonntag war dann die große Herausforderung wieder nach Hause zu kommen.
Wir fanden jemanden, der uns in einem großen Bus nach Padilla fahren konnte. Ab da sollten dann Flotas nach Monteagudo fahren. Das war auch der Fall. Allerdings erst um halb 11. Wir warens schon um 7 Uhr in Padilla. Das hieß langes warten. Dann war die Flota auch noch zu spät, aber immerhin kam sie.
Mit uns war auch noch die WG aus Camiri, die natürlich auch nach Hause wollten. Für die gab es leider keine Flota mehr. Alle voll. Also sind sie mit uns nach Monteagudo gekommen, um dann von dort am Montag Abend nach Camiri zu fahren. Das ist dann nicht mehr so weit. So haben wir es dann auch gemacht. Total fertig kamen wir dann in Monteagudo um 6 Uhr morgens an. Das ganze Wochenende gab es wirklich nur sehr wenig Schlaf. Aber es war voll schön, dass die Camiri-Leute den Montag noch da waren. Das war auch sehr lustig mit dem Schlafen. Wir haben ja kein Hostel mit ganz vielen Betten, wo wir leben. Aber wir haben große Betten. Das hieß jeder hat zu zweit in einem Bett geschlafen.
Aber das war ein sehr schönes Wochenende!

Montag, 2. November 2015

11.Woche (20.10.-1.11.)

Monteagudo

Ich war noch nie so viel krank, wie hier. Die ganze Woche war ich zuhause mit Halsschmerzen, ohne Stimme und dann mit Husten und Schnupfen.
Das Einzige, was ich von dieser Woche berichten kann war unser erster WG-Geburtstag am Donnerstag. Marlene hatte Geburtstag. Wir hatten eine Schokotorte gekauft und abends waren wir essen mit Hilsen und einer Arbeitskollegin von Marlene. Die brachte nochmal eine Torte mit. Wir haben echt viel Torte gegessen die Tage. Und die Torten sind hier richtig heftig. Die bestehen eigentlich immer aus drei Schichten fluffigem Teig. Dazwischen immer eine Creme mit Sahne und außen rum nochmla dick Sahne. Ich werde auch ein Bild hochladen, sobald ich meinen Adapter bekomme und die Bilder vom Handy auf meinem Pc laden kann. Ihr könnt Bilder jetzt übrigens auf meiner Google + Seite sehen.
Es war aber auf jeden Fall ein schöner Abend und das Essen war sehr lecker. Es gab mal wieder so leckeres boliviansiches Fleisch.
Am Samstag haben wir dann nochmal ein bisschen Marlenes Geburtstag gefeiert mit zweien unserer "bolivianischen Freunde". Sonst haben wir am Wochenende nichts gemacht. Am Sonntag haben wir nochmal einen spontanen kleinen Spaziergang gemacht. Wir wollten uns mal ein wenig umsehen, wo wir eigentlich wohnen. Die Bilder könnt ihr schon sehen.

Sonntag, 25. Oktober 2015

10.Woche (19.10. - 25.10.)

Monteagudo

Diese Woche hätte ich es fast geschafft jeden Tag zur Arbeit zu gehen, aber ausgerechnet am Freitag hats mich dann wieder erwischt. Ich war noch nie so viel krank wie hier. Ausgerechnet am Freitag musste es dann auch noch passiere. Da wäre ein nämlich ein Fest vom Kindergarten abends gewesen, wo alle Kindergruppen getanzt haben. Dafür haben sie schon seit Wochen während der Kindergartenzeit geübt gehabt. Ich wäre so gerne dahin gegangen. Es hat mich so geärgert. Es wäre auch sehr praktisch gewesen für die Nachfolgerin von Marley, die in der Nacht auf Freitag bei uns eingetroffen ist. Dann hätte sie gleich unsere Mentorin kennenlernen können und am Samstag hätte sie unsere "neuen Freunde" kennne lernen könnnen. Aber das ist leider alles ausgefallen. Also haben wir am Wochenende mal wieder garnichts gemacht, aber vielleicht auch ganz gut für unseren Zuwachs Jana, um mit der WG warm zu werden und unsere besonderen Lebensart hier.

Sonntag, 18. Oktober 2015

9.Woche ( 12.10.-18.10.)

Monteagudo

Diese Woche war relativ unspektakulär, da ich sie auch erstmal mit zwei Tagen krank sein begonnen hatte. Mittwoch war ich aber wieder in der Schule und im Kindergarten. Doch nachmittags wurde ich in der Schule auch nicht wirklich gebraucht. Nach der ersten Stunde sind alle Klassen weggegangen. Keine Ahnung wohin. Habe ich nicht verstanden.
Das Spektatkuläre kam am Wochenende. Genauer gesagt Samstag Abend. Unsere erste Fiesta bei uns zuhause. Ein paar Bolivianer, die auch schon mit den Freiwilligen der letzten Jahre befreundet waren, haben sich mal zu uns zuhause eingeladen. Es war ganz witzig. Sprachlich für mich natürlich eher lau, aber trotzdem nett. Sie haben für uns gegrillt und das war glaube ich das beste, was ich bis jetzt in Monteagudo gegessen habe. Mit Fleisch haben die es hier wirklich drauf. Das muss man ihnen lassen! Garnicht zu vergleichen mit deutschem Grillfleisch. Wir hatten jetzt 5 reisige Stücke Rindfleisch, die auf einen sehr interessanten, irgendwie selbstgebauten Grill gelegt wurden und nur mit Zitrone und Salz gewürzt wurden. Aber viel! Es schmeckte einfach richtig gut!
Unsere zweite Mentoren Hilsen war auch da und hat einen sehr leckeren und interessanten Reis zubereitet.
Richtige Gentleman waren das: Haben das Fleisch mitgebracht, abgespült (!) und uns neues Gas für unseren Herd gekauft, weil das natürlich genau heute alle geworden war.
Den Sonntag durften wir dann nochmal putzen und den Rest des Tages haben wir einen schönen ruhigen Sonntag gehabt.

Montag, 12. Oktober 2015

8. Woche (5.10. - 11.10)

Monteagudo / Sucre

Diesen Montag habe ich endlich mal einen festen Stundenplan für die Schule bekommen. Also ich hab Montags, Dienstags und Mittwochs immer drei Studen. Also den ganzen Nachmittag Unterricht. Donnerstags habe ich eine Stunde und Freitags frei.
Am Dienstag habe ich drei Geburtstage miterlebt. Einen im Kindergarten und zwei im Lehrerkollegium an der Schule. Die Lehre sind wie eine Familie. Zu Geburtstagen bringt immer jemand was zu essen mit und dann wollen sie auch nochmal nachfeiern. Die sind echt alle super lieb und ich werde da auch wirklich nett aufgenommen im Lehrekollegium. Wirklich wie eine Lehrerin. Was aber auch komisch ist, da die alle studiert haben dafür und ich gerade mal aus der Schule komme.
Am Wochenende war dann unsere erste monatliche Sucre-Fahrt. Wir sind Freitagabend losgefahren und Sonntagabend wieder nach Monteagudo aufgebrochen. Das heisst wir waren Samstagmorgen dann in Sucre. Ausser uns war noch die WG aus Sopachuy da. Hoffentlich klappt es nächsten Monat, dass alle WG´s zur selben Zeit nach Sucre fahren.
Nach dem Frühstück sind wir erstmal in die Stadt gegangen und haben ein paar Sachen und Einkäufe erledigt. Ich brauchte unbedingt eine Tasche und wir mussten noch einen WG Einkauf im Supermarkt machen. Wenn wir schonmal in Sucre sind, ist es ganz pratktisch dort mal die Dinge einzukaufen, die es in Monteagudo nicht gibt. Zum Beispiel Vollkorn Mehl, das wir zum Brotbacken brauchen. Das Brot ist nicht so toll und dann backen wir ziemlich oft Brot selber, was auch sehr lecker ist.
Abends waren wir Pizza essen und danach noch ein einer Bar.
Den Sonntag haben wir ganz entspannt im Hostel verbracht, bis wir abends wieder gefahren sind.
Das war´s auch eigentlich schon für diese Woche. So langsam kommt wirklich der Alltag, ich gewöhne mich an die Lebensweise und ich fühle mich hier auch heimischer.

Sonntag, 4. Oktober 2015

7.Woche (27.9. - 4.10.)

Monteagudo

Die erste Woche nach Sucre war...garnicht so schlecht. Am Wochenende dachte ich noch alles wäre genauso ungut wie vorher. Aber in der Schule und im Kindergarten hat alles etwas besser geklappt. Für die Schule hatte ich mir vorgenommen mit den Kinder Wortfelder durchzuarbeiten bis Weihnachten. Also hatte ich ein bisschen Plan. Aber jetzt bräuchte ich doch noch mehr Ideen, was ich mit denen machen könnte und vor allem wie ich denen wirklich was beibringe.
Der Sprachkurs hat anscheinend doch was gebracht. Eine Lehrerin meinte mein Spanisch wäre viel besser geworden. Mein Spanisch ist immer noch grottig, aber das Ego freut sich trotzdem. Ich brauche noch viel viel mehr Übung und Zeit.
Im Kindergarten hat sich nicht viel verändert. Ich darf immer mindestens eine Bastelsache vorbereiten- da geht schonmal schön viel Zeit weg. Ich kann dann beim Malen und Ähnlichem helfen aber sonst kann ich nicht viel machen. Ich überlege deshalb auch an einer Option zum Kindergarten. Ich weiß leider nicht, was ich noch machen könnte. Ich denke, ein Bolivianer könnte diesen Job besser übernehmen. Der könnte sich ohne die Sprachprobleme viel besser durchsetzten. Eigentlich ist das auch nur ein ganz normaler FSJ-Job, wie in Deutschland. Für mich fehlt hier ein bisschen der entwicklungspolitische Hintergrund. Als unsere Mentorin einmal mit mir redete ´, eigentlich wegen Marley weil sie schon am Sonntag Monteagudo verlässt und zurück nach Deutschland zurückkehrt, meinte ich zu ihr, nachdem sie mich glücklich umarmte weil ich weiterhin hier bleiben würde, dass ich nicht glaube eine große Hilfe zu sein. Ihre Antwort war "ja aber natürlich und in der Schule auch". Sie hat sogar nochmal die Kindergärtnerin rausgeholt und sie gefragt. Aber ich bin mir nicht so sicher, ob sie die Wahrheit gesagt hat, als sie meinte "ja,ich sei eine Hilfe".
Aber zu gehen wäre auch ein bisschen schade, weil die Kinder sehr lieb sein können. Manche sind aber auch einfach nur Teufel.
Ich überlege auch an eigenen Projekten etwas durchzuführen, aber alleine kann ich nichts umsetzen und die Frage ist auch wann. Morgens bin ich im Kindergarten und Nachmittags in der Schule. Wenn ich nicht im Kindergarten wäre, wäre es auch schwierig morgens was umzusetzten. Ich versuche jetzt erstmal bis Weihnachten alles so durchzuziehen und dann bin ich ja auch mit der Sprache und allem hier vertrauter und weiß vielleicht auch eher was gut ankommen würde oder nützlich wäre.
Am Freitag ist mir noch was interessantes passiert: Ich war etwas spät dran auf dem Weg zum Kindergarten und kurz bevor ich da war, bin ich einer Mutter aus meiner Kindergartengruppe begegnet. Die kannte ich schon, weil sie auch manchmal im Kindergarten hilft. Ich dachte wir gehen zum Kindergarten.Offensichtlich hatte ich sie nicht verstanden, weil sie mich mit zur Markthalle nahm und mich zum Frühstück einlud. Sie macht das anscheinend jeden Morgen mit ihrem Sohn. Das war echt super nett. Hatte ich also zweimal gefrühstückt an dem Tag- nagut. Aber das Frühstück in der Markthalle war auch sehr lecker. Das muss man wirkich nochmal sagen: Alle Leute sind hier so super nett und freundlich.
Ich war dann aber doch froh, dass Wochenende war. Den Samstag haben wir mit einkaufen, putzen, Filme gucken und abends Essen gehen verbracht. Heute, Sonntag, haben wir gewaschen und werden nachher Marley noch verabschieden.

Ich habe übrigens jetzt einen weiteren Blog nur für Fotos erstellt:

https://www.tumblr.com/blog/myexploremoreposts

Sonntag, 27. September 2015

4.-6. Woche (5.9. - 26.9.)

Sucre

Soo, jetzt sind wir wieder alle in Monteagudo.
Bevor wir vor Samstag vor drei Wochen losgefahren sind, haben wir nochmal die ganze Wohnung sauber gemacht, dann gepackt und um 19.00 Uhr ging unser Bus nach Sucre.
In der Nacht um 3 Uhr sind wir in Sucre angekommen. Dann war aber nochmal Zeit zum schlafen.
Beim Frühstück haben wir dann endlich die ganzen anderen Freiwilligen wieder gesehen. Spontan hat die Mehrheit entschieden diesen Sonntag nicht nur im Hostel zu gammeln, sondern mit ein paar anderen Gästen aus dem Hostel eine Wanderung zu 7 Wasserfällen zu machen. Natürlich hatte keiner Wanderschuhe mit oder überhaupt festes Schuhwerk, was echt ärgerlich war, desto mehr der Weg fortschritt. Am Anfang waren es noch ganz normal befestigte Straßen. Erstmal raus aus Sucre. Als das geschafft war, waren die Wege schon nicht mehr geteert und irgendwann war es garkein Weg mehr auf dem normal laufen konnte, sondern eine reine Kletterpartie durch ein Flussbett voll mit großen Steinen. Das war schon sehr abendteuerlich. Zwei Wasserfälle haben wir gesehen, aber dann war es einfach nicht mehr möglich weiter zu klettern. Es war echt gefährlich! Manche haben sich noch weiter getraut und wir haben unten gesessen und auf die gewartet. Für die Wanderung waren eigentlich höchstens vier Stunden angesagt gewesen. Am Ende waren es sechs oder so. Als die Gruppe wiederkam, die noch einen Wasserfall weitergeklettert waren hatten sie zwei Leute verloren. Sie sind nochmal in einer drei Gruppe zurück, um die zu suchen. Dabei ging eine weitere Person verloren und die anderen wurden auch nicht gefunden. Und wir warteten und warteten und haben nur besorgt auf die Uhr geguckt. Es ging langsam auf 18 Uhr zu und ab da wirds hier ganz schnell dunkel. Wir brauchten bestimmt noch ne Stunden um auf eine halbwegs befestigte Straße zurück zu kommen. Ein Teil unsere Gruppe konnte schon früher losgehen, weil Arturo, der Chef vom Hostel, eine Gruppe abholen konnte. Ich war bei der wartenden Gruppe. Es war eine echt blöde Situation. Eigentlich wollten wir niemanden einfach ungewissen Ortes zurück lassen, aber auf der anderen Seite wurde es bald dunkel und im Dunkeln hätten wir den Weg nie zurück gefunden.
Als der eigentlich Suchtrupp, mit nur noch zwei Leuten zurückkam, entschieden wir trotzdem zu gehen.
Einer unsere Gruppe mussten dann beim Wasserfall eins weiter unten feststellen, dass seine Klamotten, die er da zurückgelassen hatte weil er baden war, gestohlen worden waren. Hose, Schuhe, Socken und Unterhose waren weg. Dazu kam, dass ihm vorher beim Klettern schon die Hose gerissen war und er sich eine von jemand anderem leihen musste. Derjenige durfte dann in Boxershorts durch die Gegend laufen.
Auf dem Weg zurück haben wir dann, ein Glück, die eine verlorene Person wiedergefunden! Und wir schafften es vor der Dunkelheit auf einen Weg. Wir waren aber alle so fertig und hatten auch eine paar Leute dabei, die richtige Kreislaufprobleme hatten (wir waren echt schlecht vorbereitet: Kein Essen und viel zu wenig zu trinken. Es war auch noch sehr warm an dem Tag). Also sobald wir ein bisschen Zivilisation erreichten, baten wir eine Person der dort lebenden mit Auto, ob sie uns zurückfahren konnten und gaben ihr jeder 10 Bolivianos. Das war wahrscheinlich das Geschäft seines Lebens, für diese Person. Normalerweise kostet ein Taxi in Sucre ca. 4 Bolivianos und in Monteagudo sogar nur zwei.
So kamen wir dann aber recht schnell und völlig fertig, durstig, hungrig wieder ins Hostel.
Das war ein Tag! Ein wirkliches Abenteuer, wie wir da rumgeklettert sind ohne Proviant dann auch noch Leute und Klamotten verloren haben und mit einer fremden Person vom Dorf nach Hause gefahren sind.

Am Montag ging es dann los mit den Sachen weshalb wir eigentlich nach Sucre gekommen sind: Visaverfahren und Sprachkurs.
Morgens waren wir bei Interpol und haben eine Unterschrift gesetzt- so viel zu Punkt 1. Nachmittags dann das erste Mal Sprachkurs. Ich bin im wirklichen Anfängerkurs. Wir haben die ganzen zwei Stunden nur Verben auf -ar durchkonjugiert. Das war wirklich einfach. Aber da glaubte ich noch, dass der Kurs eine gute Struktur hätte und wir bestimmt viel lernen werden.
Viel gelernt haben wir schon, aber am Ende war die Zeit doch sehr knapp und ich hätte gerne noch ein oder zwei Themen mehr behandelt. Dabei hatte ich schon drei Wochen Sprachkurs. Die Meisten hatten nur zwei Wochen. In der letzten Woche in Sucre waren wir nur zu dritt.
Vielleicht hätten wir uns die eine Stunde nur mit -ar Verben sparen können. Oder wenn wir zwei Studen nur Aufgaben gemacht haben, die wir auch hätten zuhause machen können.
Wir haben aber trotzdem immer Hausaufgaben aufbekommen. Die waren meistens ätzend. Aber naja, nur so lernt man´s. Das Problem ist, ich weiß jetzt wie ich drei verschiedene Vergagenheiten bilde, eine Zukunft, Gerundium, Subjunktiv im Präsens, Verbindungssätze mache, Fragen stelle und Verben konjugiere aber ich kann es noch nicht anwenden und ich höre es auch noch nicht unbedingt, wenn jemand mit mir spricht. Leider ist mein Wortschatz kaum gewachsen. Ich dachte sie würde uns noch mehr Vokalbelhausaufgaben geben. Die Vokalbeln fehlen mir wirklich und Konjunktiv und vielleicht noch Passiv.
In der dritten Woche, hatten wir zweimal beim dem Mann unsere Spanischlehrerin Unterricht, weil sie krank geworden war. Da haben wir das erste Mal sowas wie eine Unterhaltung geführt. Das war eigentlich echt gut. Also bis auf mein Spanisch. Das war nicht gut. Es dauert sooo lange, bis ich die richtige Form gefunden habe und dann ist meine Aussprache auch noch so grottig. Das braucht noch viiiiel Zeit. Ich hoffe und glaube aber auch von anderen Berichten her, dass es bis Ende des Jahres klappen sollte. Das Ende des Jahres ist jetzt auch nicht mehr so lange hin.

In Sucre ging es mir aber Heimweh technisch schon besser. Es war so schön mit all den anderen Freiwilligen. Es war immer jemand da, mit dem man was machen konnte. Es war so traurig, als wir uns verabschieden mussten. Normalerweise kommen wir aber einmal im Monat alle nach Sucre und können uns da wieder sehen. Aber zwei WG´s fahren nicht nach Sucre sondern nach Santa Cruz. Das heißt die sehen wir erst zum Zwischenseminar in Sucre im Januar wieder.
Trotzdem ist es bei mir immer ein ständiges Auf und Ab. Morgens ist es meistens schlechter. Da muss ich ganz viel an zuhause denken und gegen Abend, v.a. wenn wir nochmal in der Stadt waren oder so, denke ich immer wie schön es doch hier ist und ich froh bin hier zu sein. Aber zu der Zeit musste ich auch nicht arbeiten, waschen ( es gibt hier Wäschereien! Endlich wird meine Wäsche mal richtig sauber und ich hol mir keinen Krampf im Arm, weil es so anstrengend ist. Aber immer mit der Angst, dass was eingeht. Hier wird alles auf 100 Grad gewaschen), putzen, kochen und einkaufen.
Vor allem kochen. Wir werde hier vom Hostel bekocht, was echt lecker ist und hier gibt es so viel gutes Essen. In Monteagudo gibt es so wenig, oder wir haben es noch nicht entdeckt.
Gleich gegenüber von unserem Hostel gibt es eine Bäckerei, die sehr sehr leckere Sachen macht. Wir waren fast jeden Tag hier. Es gibt auch eine Pizzeria in der wir öfter waren. Hier gibt es auch wirklich in jeder Straße gefühlt hundert Essensstände und teilweise riecht es richtig lecker. Aber immer vorsichtig mit Straßenessen! Und hier gibt es Supermärkte. Das ist so toll. Einer ist sogar gleich an der nächsten Ecke beim Hostel und es gibt noch einen richtig großen. Da gibt es manchmal sogar Nutella. Aber viel zu überteuert, sogar in Euro.
Ich frage mich wirklich, warum Monteagudo keinen Supermarkt hat. Wir sind das zweitgrößte Dorf von den Freiwilligenunterkünften, hier leben 20.000 Leuten. Ein Supermarkt wäre toll! Es ist so anstrengend jede Kleinigkeit woanders kaufen zu müssen...

Es war ganz interessant sich mal mit den anderen Freiwilligen über die Arbeit auszutauschen. Den Meisten geht es ähnlich. Die Meisten fühlen sich unnütz und vor allem einige in Krankenhäusern haben wirklich garnichts zu tun. Auf den Dörfern gibt es eigentlich genug Ärzte. Nicht mal die haben viel zu tun, weil es garnicht so viele Patienten gibt. Das ist übrigens einer der Gründe, weshalb meine Zimmernachbarin Marlene demnächst nach Hause fliegen wird.
Aber auch die anderen, in den Schulen sind relativ unmotiviert. Man hat einfach nicht das Gefühl, dass man wirklich was tun kann. Wir sind alle mit dem Gedanken hergekommen irgendwas zu tun und wirklich zu helfen. Der Gedanke wurde aber eh schon beim Vorbereitugsseminar zerstört. Wir müssen es einsehen: Wir sind keine Weltveränderer und können eigentlich nur versuchen die Aufgabe zu absolvieren, die uns aufgetragen wurde: Englisch unterrichten. Die Frage ist nur wozu? Sind wir ehrlich: Die wenigsten bis keiner hier wird jemals aus Bolvien rauskommen, weil es einfach zu teuer ist. Also brauchen sie auch nie Englisch. Ausser vielleicht in touristischen Gebieten, wie z.B. auf der Isla del Sol. Natürlich fände ich es trotzdem schön, wenn sie Englisch könnten, aber hier gibt es auch garnichts wir pädagogische Methoden. Die Kinder machen kaum Hausaufgaben und wenn sie was vonn der Tafel abschreiben sollen, schreiben sie es Wort für Wort oder Buchstabe für Buchstabe ab. Die denken in der Regel garnicht darüber nach, was da steht und verstehen es demnach auch nicht. Zuhause gucken sie es sich dann wahrscheinlich auch nicht an. Das heisst, alles was man ihnen im Unterricht lehrt ist morgen vergessen. Und wenn sie dieses Jahr was lernen, ist es nächstes Jahr bestimmt auch wieder weg. Vor allem warum soll ich einer Klasse Englisch beibringen, wenn sie noch nicht mal richtig Spanisch können. Ich würde sagen das hat mehr Vorrang. Aber ich habe das Gefühl in Mathe sind sie echt fit.
Ich werde jetzt mal schauen, ob ich vielleicht doch mal ein paar pädagogische Methoden in der Schule anwenden kann, die ich selbst erfahren durfte und mir überlgen, was ich den Kindern beibringen möchte. Lehrpläne gibt´s hier auch nicht. Keine Ahnung, was ich ihnne beibringen soll und was sie bis zum Ende des Jahres können sollten. Es geht wahrscheinlich eh nur dadrum, dass sie überhaupt mal damit in Kontakt kommen. Dabei glaube ich, wäre es auch sehr wichtig ihnen etwas über den Rest der Welt zu erzählen. Europa liegt nämlich nicht in Südamerika und Deutschland ist auch kein Nachbarland von Bolivien.
Letztendlich sind wir Freiwilligen aber wahrscheinlich nicht für die anderen hier sondern für uns. Wir werden viel lernen und Erfahrungen mitnehemen. Aber was können wir geben? Ich hoffe, und habe es auch so gehört, dass man erst gegen Ende des Jahres also so Februar, März, April, Mai Resultate sieht und dann besteht vielleicht auch die Möglichkeit mit eigenen Projekten nochmal was zu reißen. Das erste halbe Jahr, ist mehr für uns. Um uns einzugewöhnen und alles kennen zu lernen.
So hat es auch eine Vorgängerin berichtet, die zufälligerweise auch in den drei Wochen in Sucre war und mal ein wichtiges Gespräch mit uns führen sollte genua wegen solcher negativer Gedanken wie im oberen Teil beschrieben. Also ich werde mir mal einen Plan überlegen und mal sehen, wie es dann in der Schule wird auch mit den Sprachkurskenntnissen.


Am Samstag war ein großes Fest in Sucre: Fiesta de Virgen de la Guadalupe
Es gab einen großen Festumzug mit ganz vielen Gruppen, die mindestens 7 Stunden lang durch die Stadt getanzt sind. Es waren wirklich sehr sehr schöne Kostüme dabei.
Einige unsere Freiwilligen haben auch mitgetanzt. Ich hatte keine Lust, aber es anzusehen war auf jeden Fall auch sehr schön.

Ich habe mir meine erstren Alpaka-Sachen gekauft die erste Woche hier. Einen Pulli, Socken, eine Hülle für meinen kindl und einen Schal. Aber ich will noch so viel mehr kaufen. Die haben so schöne Sachen da!

Die Woche drauf am Freitag hatten wir dann endlich unser Visum. Nachdem wir ein paar Tage illegal im Land waren, weil unser Touristenvisum nach 30 Tagen abgelaufen war und vorher irgendwie nichts geklappt hat. Aber jetzt ist alles gut.
Wir mussten nur noch den bolivianischen Ausweis beantragen. Das hat uns mal wieder 5 Stunden warten bei irgendeiner Behörde gekostet, aber jetzt ist alles durch.

Die letzte Woche war es dann sehr ruhig, weil kaum noch jemand da war. Marlene und ich haben tolles Restaurant entdeckt, das sehr europäisch angehaucht und touristisch war- da haben wir uns gleich wohlgefühlt! Wir waren ganze drei mal da diese Woche. Aber es war auch sehr sehr lecker da! Also fall jemand mal dahin kommen sollte: Das Metro Café direkt an der Plaza. Am besten sind die Fruchtshakes mit Kräutern. Ich hatte einen mit Erdbeer und habe mich sofort gefühlt, wie im Gartenlokal, wo ich gearbeitet habe.
Sonst haben wir noch viel mit den IJFDlern, die in dem Hostel in Sucre leben, Bohnanza gespielt. Irgendwie war ich froh, dann endlich fahren zu können, als der Sprachkurs zu Ende war. Aber andererseits müssen wir jetzt wieder das ganze Haushaltszeug machen (alleine leben und erwachsen sein stinkt) und ich bin mal gespannt wie es mit der Arbeit wird. Ich hab echt ein bisschen Phobie jetzt dahin zu gehen... Aber erstmal haben wir noch ein Wochenende in Monteagudo.